Ein Trend, der sich bei den Konsumenten bereits fest etabliert hat
Heute werden in der Schweiz rund 43 % der Biere in Dosen verkauft, noch vor Flaschen. Und vor allem: Während der Biermarkt insgesamt rückläufig ist, verzeichnet die Dose weiterhin Zuwächse.
International ist dieser Trend noch ausgeprägter. In den Vereinigten Staaten werden mehr als 60 % der Biere in Dosen verkauft, gegenüber knapp 30 % vor zehn Jahren. Diese Entwicklung ist schnell, massiv und nachhaltig.
👉 Das Hindernis liegt also nicht beim Kunden.
👉 Das Hindernis liegt nach wie vor hauptsächlich bei den Gastronomen.
Ein überholtes Image
Ja, die Dose hat immer noch einen alten Ruf: billiges, minderwertiges Bier ohne Seele. Aber dieses Image ist völlig überholt.
Seit etwa zehn Jahren haben Craft-Brauereien dieses Format aus sehr guten Gründen komplett neu erfunden.
Die Dose: ein echter Qualitätsvorteil
Der erste Punkt – und nicht der unwichtigste : ist die Qualität des Produkts.
Die Dose schützt das Bier zu 100 % vor Licht, was für moderne, hopfenreiche Biere (IPA, Pale Ale, NEIPA...) unerlässlich ist. Das Ergebnis: :
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besser erhaltene Aromen
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mehr Frische
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mehr Konstanz von Charge zu Charge
Hinzu kommen ganz konkrete Vorteile:
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leichter (und daher kostengünstiger im Transport)
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unzerbrechlich
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viel schneller zu kühlen
Design, Storytelling und Kundenerlebnis
Ein weiterer wichtiger Punkt : Design und Storytelling.
Eine Dose bietet viel mehr Fläche als ein Flaschenetikett, um eine Geschichte zu erzählen. Heute möchte der Kunde nicht mehr nur ein Bier trinken. Er möchte wissen:
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woher es kommt,
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wer es braut,
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warum es anders ist.
In einem schönen Glas serviert, wird die Dose zu einem Teil des Erlebnisses, fast zu einem Objekt, das man zeigt, fotografiert und kommentiert.
Ein Gastronomiekontext, der es erforderlich macht, sich zu differenzieren
Die aktuelle Lage ist schwierig. In der Schweiz sind die Bierverkäufe in der Gastronomie um etwa 3,3 % zurückgegangen, und der Gesamtumsatz vieler Betriebe steht unter Druck.Vor diesem Hintergrund ist es selten eine erfolgreiche Strategie, weiterhin industrielle Biere zu servieren, die überall auf der Welt erhältlich sind.
Zwischen :
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einem Kunden, der ein austauschbares Standardbier trinkt
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und einem Kunden, dem ein modernes lokales Craft-Bier serviert wird, über das das Personal berichtet,
👉 wird sich der zweite an den Ort erinnern und mit anderen darüber sprechen.
Konkretes Beispiel: der Taproom WhiteFrontier in Martigny
Im Taproom WhiteFrontier in Martigny bietet die Karte zwar Fassbiere, aber auch eine große Auswahl an Dosenbieren.
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Das erste Bier kostet CHF 5.–
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Einige kosten mehr als CHF 8.–
Und dennoch ist das Lokal immer gut besucht. In zwei Jahren ist der Umsatz um +57 % gestiegen.
Warum? Weil die Kundschaft nach Sinn, Authentizität und Entdeckungen sucht.
Warum sollten Gastronomen sich für Dosen entscheiden?
Nicht, um einem Trend zu folgen, sondern weil sie einen Mehrwert bieten :
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höhere Produktqualität für viele moderne Sorten
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vereinfachte Logistik (Gewicht, Lagerung, Bruch, Sortierung)
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schnelle Kühlung
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starke visuelle Wirkung auf dem Tisch
Und vergessen wir nicht: 43 % der Schweizer trinken bereits Bier aus der Dose. Das ist kein gewagtes Unterfangen. Es bedeutet lediglich, den Kunden zu folgen.
Das Restaurant Les Touristes in Martigny hat das sehr gut verstanden: Dosen werden an Tischen serviert, an denen die Menüs manchmal mehr als 100 CHF pro Person kosten. Das Unterfangen ist gelungen. Modern, konsequent, selbstbewusst.
Und wie sieht es mit der Umwelt aus ?
Aluminium ist unendlich oft recycelbar, mit einer Recyclingquote von rund 95 % in der Schweiz, die zu den besten in Europa gehört.
Für viele Kunden ist dies zu einem wichtigen Argument geworden, insbesondere wenn es um lokale Biere und kurze Transportwege geht.
Wo soll man anfangen ?
Wenn ein Gastronom damit beginnen möchte, geht es nicht darum, „die schönste Dose” auszuwählen, sondern Biere, die zur Identität des Ortes passen und über die das Personal mit Stolz berichten kann.
Einige Brauereien, die dieses Format besonders gut umsetzen:
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WhiteFrontier (Martigny) : große Auswahl an Sorten, farbenfrohe Optik, hohe Bekanntheit in der Öffentlichkeit.
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Hoppy People (Siders) : minimalistisch, modern, äußerst gut gemachte Biere.
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Qrew (Waadt): starke Grafik, ausgezeichnete Biere, darunter auch alkoholfreie.
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Outer Range (Region Chamonix)
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Ombrey (Zürich)
Fazit
Die Dose ist weder eine Gefahr für das Image eines Restaurants noch ein Kompromiss in Sachen Qualität. Im Gegenteil, sie ist ein wirkungsvolles Mittel zur Differenzierung, ein Medium für Storytelling und ein Format, das den aktuellen Erwartungen der Kunden perfekt entspricht.
Und wenn einige Gastronomen bei ihrer Auswahl Unterstützung wünschen, berate ich sie gerne.
📩 carole@whitefrontier.ch



